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  • Di. | 19. 10. 2021
  • Personalia / Engagements

Neue Prorektorin: Prof. Dr. Linde Brunmayr-Tutz

Mit der langjährigen Professorin für Traversflöte berief Prof. Christian Fischer eine international renommierte Künstlerin als neue Prorektorin für die künstlerische Praxis.

Prof. Brunmayr-Tutz war in den 1990-er Jahren maßgeblich am Aufbau des Instituts für Alte Musik Trossingen, jetzt Institut für Aufführungspraxis, beteiligt. Sie ist Mitglied der Early Music Task Force des AEC (Association Européenne des Conservatoires et Musikhochschulen) in Brüssel.

Die neue Prorektorin studierte Blockflöte und Medizin in Innsbruck sowie Traversflöte bei Hans-Martin-Linde an der Schola Cantorum Basiliensis und bei Barthold Kuijken am Königlichen Konservatorium in Den Haag. In ihrer regen Konzerttätigkeit trat sie als Solistin und mit führenden Barockorchestern auf wie dem Bach Collegium Japan, dem Freiburger Barockorchester, dem Balthasar-Neumann-Ensemble unter Thomas Hengelbrock, der Wiener Akademie unter Martin Haselböck, Ad Fontes Winterthur, Les Nations unter Jordi Savall und dem Orchester des 18. Jahrhunderts unter Frans Bruggen. Von 1996 bis 2004 war sie Künstlerische Leiterin der Internationalen Sommerakademie für Alte Musik in Innsbruck. Sie gab Meisterkurse in China an der Universität Nanchang und an der Tonji-Universität in Shanghai, in der Semana de Música Antiga in Belo Horizonte (Brasilien), am Mozarteum Salzburg, bei den Int. Meisterkursen Mistelbach, der Austria Barock Akademie u.v.m.  Für ihre besonderen Verdienste um die Alte Musik erhielt Linde Brunmayr-Tutz den Jakob Stainer - Preis des Landes Tirol. Sie war von 1998 bis zu seinem Ableben 2017 mit dem weltrenommierten Tiroler Instrumentenbauer Rudolf Tutz verheiratet. Die von Linde Brunmayr-Tutz und Lars Ulrik Mortensen eingespielten Flötensonaten von J.S.Bach wurden mit dem Diapason d’or ausgezeichnet.

Wie viele wissen, war ich früher schon unter Prof. Weimer und Prof. Gutjahr Prorektorin gewesen für insgesamt 10 Jahre, auch mit dem Fokus auf die künstlerische Praxis.

Meine Grundwerte in der kollegialen Zusammenarbeit sind Loyalität, gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung, und bewusste Vertrauensbildung. Ich stehe für Offenheit und Transparenz, ich habe gerne klare Leitlinien. Ich bin eine Kommunikatorin und sorge gerne für Integration. Ich versuche dabei, fächerübergreifend fürs Ganze zu denken. Mein Bestreben ist es, empathisch und teamorientiert zu arbeiten, die Bündelung verschiedenster Interessenslagen entspricht mir.

Meine Kolleginnen und Kollegen möchte ich stärken und ihnen allen Raum gewähren für ihre künstlerisch-pädagogische Arbeit. Ich suche grundsätzlich den Dialog. Man lernt immer voneinander, und am Ende eines Gesprächsprozesses steht eine Lösung, die mehr ist als alles davor Gedachte. Manchmal muss man leider auch unbeliebte Entscheidungen treffen. Das ist mir bewusst. Dabei geht es mir nicht um Anpassung, sondern um Initiative und Verantwortung. Visionen sind mir wichtig, ich suche aber auch die Balance zur Realität.

Mein größtes Anliegen ist das Wohl der Studierenden. Sie betrachte ich als unsere kostbarste Ressource. Unsere Studierenden sollen und dürfen gedeihliche Studienbedingungen und exzellente künstlerische Studienangebote vorfinden zu ihrer besten persönlichen, künstlerischen und pädagogischen Entfaltung.

Höchstes Niveau in der künstlerisch-pädagogischen Arbeit ist mir ein zentrales Anliegen. Wir haben in Trossingen eine sehr besondere Situation. Indem Musik hier so stark in den digitalen Bezug gestellt wird, haben wir die Chance auf die Entwicklung ganz einzigartiger Formate, was ich sehr unterstützen möchte, genauso wie die traditionell bewährte, künstlerisch-pädagogische Arbeit jede Stärkung verdient. Die Qualität unserer künstlerisch-pädagogischen Arbeit strahlt nach innen und nach außen. Nach innen schafft sie unseren Studierenden Inspiration und klare Wegweisung für ihren späteren Beruf, nach außen werden wir einer unserer vornehmsten Aufgaben gerecht, nämlich mit unseren Projekten, Konzerten und Performances Kunst und Kultur in die Gesellschaft zu tragen.

Mir ist bewusst, dass gerade jetzt, auch in Zusammenhang mit der Pandemie, sehr große Aufgaben vor uns liegen. Ich spüre in unserer Hochschule eine große Unruhe, auch Unzufriedenheit und Bedrängnis. Wir brauchen dringend Verständigung, wir brauchen wieder mehr Vertrauen zueinander, auch Verbindlichkeit, und klare gemeinsame Ziele.

Ich wünsche mir für unsere Hochschule glückliche Menschen, die musik- und kunstbegeistert, hungrig nach Wissen, kreativ miteinander arbeiten, sich offen begegnen und gemeinsam Visionen für die Zukunft entwickeln. Die Position der Prorektorin wäre für mich eine ideale Herausforderung, meine Erfahrungen und meine Fähigkeiten zum besten Wohle unserer Hochschule einsetzen zu dürfen.

Kunst betrachte ich als eine Entwicklungschance für den Menschen. Und mit Nietzsche darf ich sagen: ohne Musik und Kunst wäre unsere Welt ein Irrtum.