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Closed Doors 2022

Codes, mediale Kompositionen und viel digitaler Beifall. Die zweite Auflage des virtuellen Einblicks in den Studiengang Musikdesign wurde begeistert angenommen und förderte Neugier und Austausch. Unter dem Motto CLOSED DOORS präsentierten zum Semesterabschluss die Musikdesignstudierenden per Zoom-Sessions und Streams ein vielfältiges Projektportfolio.

Mit einem Werkstattkonzert wurde die zweitätige Veranstaltung eröffnet. Die Studierenden führten live oder als Zuspielung eigene Kompositionen auf, die unter dem Leitthema ‚Instrument und Live-Elektronik’ entstanden sind. Doch wie gelingt es, z.B. ein Stück für Laute und atmosphärische Klänge zu komponieren? Studierender Luis Miehlich machte sich diese Fragestellung zum Gegenstand seines Kompositionsprozesses und verrät: „Mir war es wichtig, mit dem Klang der Laute zu arbeiten. Auch zugespielte Klänge bestehen ausschließlich aus elektronisch bearbeiteten Lauten-Aufnahmen. Das Zusammenspiel von Instrument und Zuspielung gestalte ich in der Komposition durch Klanggesten, die instrumentale und digitale Klänge gegenseitig beeinflussen.“ Genreoffen und experimentell zugleich war das Werkstattkonzert ein abwechslungsreicher Einblick in die inhaltlichen Gestaltungsspielräume des Studiums. Betreut und begleitet wurden die Studierenden für dieses Semesterprojekt von Prof. Sonja Schmid, Prof. Ludger Brümmer und Dr. Joachim Goßmann.

In einem weiteren Programmpunkt stellten Musikdesignstudierende ihre biografischen Werdegänge zum Musikdesignstudium vor. Die Heterogenität der Studierendenschaft kam dabei ausdrücklich zur Geltung. Ob direkt vom Abitur oder als Quereinsteiger:in – alle Studierenden eint die Motivation, sich mit dem Studium künstlerisch frei zu entfalten. Die daran anknüpfenden Erstsemester-Highlights verdeutlichten diesen Gestaltungsspielraum: Neben Ergebnissen einwöchiger Übungsaufgaben, stellten die Erstsemestler auch eigens konzipierte Inhalte vor. Studierender Peter Wehmann demonstrierte z.B. die App ‚Mandoo’, die Klänge durch das digitale Malen geometrischer, Mandala-artiger Figuren generiert. Im App-Entwicklungsprozess zeichnet er sich für die gesamte klangliche Entwicklung, Umsetzung und Implementierung verantwortlich. Studiengangsleiter Prof. Florian Käppler unterstreicht in diesem Zusammenhang: „Wir fördern seit Beginn des Studienganges freie Konzepte und individuelle Vorhaben der Studierenden. Sie können dadurch ihre eigenen Ideen direkt in den Studiengang einbringen, was die Vielfalt und die Interdisziplinarität nachhaltig vermehrt.  Gleichzeitig sind aber auch die Gestaltung von Projekten mit renommierten externen Partnern und die enge Verbindung zur Kreativwirtschaft wichtige Pfeiler des Musikdesignstudiums – aktuell werden beispielsweise Raumszenografien der Musikdesignstudierenden im Deutschen Pavillon auf der EXPO in Dubai einem großen internationalen Publikum präsentiert.“ 

Im Anschluss an die Zwischenpräsentation von Jahresprojekten wurde mit einer Live-Coding-Session der erste Tag beschlossen. Vier Gruppen streamten hintereinander ihre in Echtzeit codegenerierten Performances. Mal spherisch, mal polyrhythmisch, mal reduziert, mal progressiv: Im Duo griffen die Live-Coder im Jam-Session-Charakter kleinste musikalische Fragmente auf und gestalteten eine abwechslungsreiche Klangreise durch Veränderungen der Programmierbefehle und zugehörigen Zahlenwerten.

Der zweite Tag stand im Zeichen von Informationen rund um das Musikdesignstudium. Über zehn Studierendeninteressierte hospitierten nach einem Hands-On-Workshop im Musikdesign-Laboratorium und diskutierten gemeinsam über ‚Shred-Vertonungen’. Mit dieser Technik werden bestehende Musikvideos neu vertont und inhaltlich aus dem Kontext gerissen. In diesem Zusammenhang entstanden interessante Diskurse um die Fragestellungen, welche Kriterien einen humoristisch gelungenen Shred ausmachen sowie welche Gestaltungsmöglichkeiten dazu führen, Kopie und Original schwer differenzieren zu können. Weitere Programmpunkte wie eine Vorstellungsrunde von Lehrenden, Informationen zur Aufnahmeprüfung sowie persönliche Studienberatungen rundeten das Angebot ab. 

Mit dem traditionellen Stream ‚Bettraum-Schöpfaz’ endeten die Musikdesign Closed Doors 2022. Die Musikdesigner Yannick Blohmdahl, Peter Harrer und Malte Niehaus stellten in einem knapp 90-minütigen Programm ein buntes Potpourri vor. Darunter ein Großteil an Produktionen, die parallel zum Studienalltag entstanden sind. Andreas Brand (Management und Lehre im Studiengang Musikdesign) freut sich über die zahlreichen internen und externen Interessierten: „Die durchweg positiven und wertschätzenden Feedbacks sowie die partizipative Veranstaltungsentwicklung mit den Studierenden machen Lust auf weitere Angebote.“