Zum Inhalt springen
Zur nächsten Sektion springenZurück zur Übersicht
  • Di. | 14. 12. 2021
  • Projekte

Landeslehrpreis für Prof. Florian Käppler

Für das Lehrkonzept „Mediale Ausstellungsgestaltung“ wird Prof. Florian Käppler von der Hochschule für Musik Trossingen gemeinsam mit Lehrenden der Universität Konstanz und der Hochschule Konstanz (HTWG) mit dem Landeslehrpreis 2021 des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) ausgezeichnet: Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen entwickeln in viersemestrigen Projekten Ausstellungen von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzung. Die intensiv begleitete Gruppenarbeit wird dabei didaktisch durch Zusatzerxkursionen und Fachvorträge der beteiligten Lehrenden und weiterer Expert*innen ergänzt.

Ein Ergebnis konnte im Spätsommer im Turm zur Katz in Konstanz bewundert werden: „Stayin‘ Alive! Mit Seuchen leben“ lautete der Titel der interaktiven Ausstellung, mit der Studierende aus Konstanz gemeinsam mit Trossinger Musikdesignern das vierstöckige Museum kurzerhand ins Pandemieforschungszentrum IMPF umgewandelt hatten. Im Jahr zuvor stand das Thema „Künstliche Intelligenz“ im Mittelpunkt. 

Die Musikdesigner entwickeln für die Ausstellungen alles, was zu hören ist: sämtliche klanglichen Aspekte für eine Audioszenografie, die Raumklänge, didaktische Hörmedien, UI/UX Sounds, Filmsoundtracks sowie sämtliche Audiomedien für das Marketing der Ausstellung. Dadurch, dass alle Schritte gemeinsam erarbeitet wurden, hatten sie die Chance, Ideen und Konzeption der Ausstellung sozusagen „vom Klang her denkend“ mit zu entwickeln und beispielsweise die Dramaturgie oder visuelle Darstellung stark zu beeinflussen.

Durch die Zusammenarbeit verschiedenster Fachrichtungen wie Szenografie, Architektur, Lichtddesign, Interaktionsdesign, Film, Grafikdesign, Informatik und Musikdesign entstehen ungewöhnlich originelle und eigenständige Ausstellungskonzepte, die den Menschen als das würdigen, was er ist: Ein Wesen, das mit allen Sinnen erlebt und lernt. Und dabei spielen Klang und Musik natürlich eine tragende Rolle!

„Es ist beeindruckend, wie kreativ Lehrende und Studierende mit der Pandemie umgegangen sind und umgehen“, lobt Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Die Studierenden sollten nicht nur hervorragend fachlich gebildet sein, sondern auch ermutigt werden, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

Ziel der Konstanzer Ausstellung ist es gewesen, Einblicke in den Umgang mit Pandemien in der Weltgeschichte zu geben und medizinische, politische und gesellschaftliche Perspektiven zu vermitteln. Dabei wurden historische Vorurteile über Seuchen revidiert, die Erinnerung an Pandemien in das kulturelle Gedächtnis zurückgeholt und den Besucher*innen eine neue und gewinnbringende Perspektive auf die aktuelle Corona-Pandemie geboten.

Die einzigartige Zusammenarbeit zwischen Trossingen und Konstanz auf Augenhöhe setze über die erarbeiteten Projekte hinaus Maßstäbe für die Weiterentwicklung der Bereiche Szenographie und Ausstellungsgestaltung und begründe eine Kultur des transdisziplinären Lernens jenseits tradierter Fächergrenzen, ist sich Prof. Käppler sicher und ergänzt: „Auch für uns als Lehrende sind Lehrkonzept und Themensetzungen ungemein bereichernd.“ So habe ihn die vergangene Ausstellung - „link zur künstlichen intelligenz“ - dazu ermutigt, sich intensiv mit dem Themenfeld Künstliche Intelligenz in der Musik zu beschäftigen.

Ausgezeichnet wurden:

 

  • Prof. Dr. Harald Reiterer (Universität Konstanz),
  • Prof. Dr. Stefan Hauser (Universität Konstanz),
  • Dr. Jan Behnstedt-Renn (Universität Konstanz),
  • Prof. Dr. Steffen Diefenbach (Universität Konstanz)
  • Dr. Ulf Hailer (Universität Konstanz)
  • Prof. Dr. Alessia Mistretta (Universität Konstanz)
  • Prof. Dr. Sven Reichardt (Universität Konstanz)
  • Prof. Dr. Falk Schreiber (Universität Konstanz)
  • Prof. Eberhard Schlag (HTWG Konstanz)
  • Prof. Florian Clemens Käppler (Hochschule für Musik Trossingen)

Der Landeslehrpreis wird alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Landesforschungspreis vergeben und ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert.