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Was sind Sounds?

Sounds – das ist der Urstoff überhaupt an einer Musikhochschule. Und doch bleiben Sounds an einer Musikhochschule oft bemerkenswert ungreifbar: Im Mittelpunkt der Arbeit stehen vielmehr Noten, Melodien, Akkorde, Motive, Kadenzen, Kontrapunkt.
Der Begriff "Design" im Titel des Landeszentrums MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE hat das Potenzial, diese traditionellen musikalischen Dinge aufzubrechen und den Klang aus ihnen freizulassen. Überall dort, wo mit der neuen Grundhaltung des Designens an ein Stück Musik herangeht, sei es ein klassisches, sei es ein zeitgenössisches Klangkunstwerk, kommen Klänge als solche zum Vorschein und werden Gegenstand der künstlerischen Arbeit.

Wie aber über Klänge reden? In welchen Kategorien existieren Sounds? Welche Eigenschaften können Klänge (nicht Töne!) haben? Diese basalen Fragen stellen sich in der künstlerischen Arbeit am Landeszentrum und in den damit assoziierten Lehrveranstaltungen ständig. Und rasch kommt man ins Stottern.

Rainer Bayreuther, der Musik-Wissenschaft an der Musikhochschule Trossingen unterrichtet, hat eine Klang-Wissenschaft mit dem Titel Was sind Sounds? Eine Ontologie des Klangs geschrieben. Die Untersuchung ist nicht zuletzt eine Verdichtung der Erfahrungen mit den Projekten des Landeszentrums. Sie erörtert folgende Fragen: Wo ist ein Sound? Wenn da und da, wie viele sind es? Wann fängt er an und hört er auf? Was geht ihm voraus, was folgt ihm nach? Mit welchen ontologischen Kategorien lässt sich seine Ereignishaftigkeit fassen? Welche Arten von Eigenschaften hat ein Sound? Und was hat all das mit Musik zu tun? Rund 40 Fallbeispiele ergänzen die systematische Abhandlung.

Bayreuther, Rainer: Was sind Sounds? Eine Ontologie des Klangs. Bielefeld: transcript 2019. (250 Seiten)