
Aktionstag 27. November 2025 – KUNST. MACHT. MENSCHLICHKEIT
Bundesweiter Aktionstag
Nachdem die Rektorenkonferenz der Musikhochschulen im Mai 2024 einstimmig ein Positionspapier zum Umgang mit Machtmissbrauch an den deutschen Musikhochschulen beschlossen und daran anknüpfende Handlungsempfehlungen entwickelt hat, gehen alle 24 Hochschulen am 27. November 2025 gemeinsam einen wichtigen Umsetzungsschritt und setzen mit einem bundesweiten Aktionstag ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch.
Unter dem gemeinsamen Motto „KUNST. MACHT. MENSCHLICHKEIT.“ wird es an allen 24 staatlichen Musikhochschulen Veranstaltungen, Aktionen und Reflexionsräume geben – individuell gestaltet und getragen von einer gemeinsamen Haltung.
An der HfM Trossingen gibt es an diesem Tag sowohl Workshops für Studierende (darunter auch speziell für asiatische Studierende) als auch für Lehrende, einen eindrucksvollen Kurzfilm, eine gemeinsame Abschlussdiskussion und im Rahmenprogramm musikalische Beiträge.
Überblick
Referent:innen | Diskussionsteilnehmer:innen
- Laura Oetzel (St. Augustin b. Bonn)
Workshop für Studierende: Awareness und Empowerment für Studierende - Frau Dr.Man Fang &Dr. Thomas Bruhn(Berlin / RIFS Potsdam)
Workshops für chinesische/asiatische Studierende
Jenseits der Tradition: Überlegungen zu Lehrer-Schüler-Beziehungen im Kontext der ostasiatischen Kultur
超越傳統:东亚文化背景下師生關係的反思
Teilnahme Abschlussdiskussion - Dr. Giulietta Tibone(München)
Workshops für Lehrende: Nähe und Wahrung von Grenzen in der Musikhochschullehre
Teilnahme Abschlussdiskussion
weitere Angebote
- Kaffee & Kuchen von der Cafeteria 10.45–11.15 Uhr und 13.30–14.00 Uhr
- Literaturtisch | t.b.c.
Programm ab 9.00 Uhr
Die meisten Veranstaltungen finden in und rund um die Kleine Aula statt.
- Kaffeepausen (via HfM-Cafeteria): 10.45–11.15 Uhr und ca. 13.30–13.45 Uhr
Begrüßung und Hinführung zum Thema durch den Rektor Prof. Christian Fischer
Workshop für Studierende (Laura Oetzel)
Awareness und Empowerment für Studierende (mit einem halben Harfenduo)
- Was ist „normaler“ Unterricht? Wo fängt Machtmissbrauch an? Manchmal ist das schwer zu erkennen. In diesem Workshop möchte ich über Ihre eigenen Erfahrungen als Studierende sprechen.
Wir sprechen über typische Situationen im Hochschulleben. Was kann man tun, um ungünstige Situationen zu lösen oder zu deeskalieren? An wen kann man sich wenden, wenn man nicht mehr weiter weiß? Wie kann ich anderen helfen? Aus diesem Workshop sollen Sie gestärkt und selbstbewusst hervorgehen. - Ablauf des Workshops: Erfahrungsaustausch → Raum für Input der Studierenden → praktische Übungen um problematischen Situationen in Zukunft zu begegnen → Infos zu unterstützenden Personen und Netzwerken
Workshop für chinesische/asiatische Studierende (Dr. Man Fang & Dr. Thomas Bruhn)
Jenseits der Tradition: Überlegungen zu Lehrer-Schüler-Beziehungen im Kontext der ostasiatischen Kultur
超越傳統:东亚文化背景下師生關係的反思
Workshop für Lehrende (Dr. Giulietta Tibone)
Nähe und Wahrung von Grenzen in der Musikhochschullehre
- Nach einem Einführungsvortrag in das Thema sollen in geschütztem Rahmen Fragen der Teilnehmer*innen beantwortet, eigene Erfahrungen und mögliche Konfliktfälle beleuchtet werden.
Workshop für chinesische/asiatische Studierende (Dr. Man Fang & Dr. Thomas Bruhn)
Jenseits der Tradition: Überlegungen zu Lehrer-Schüler-Beziehungen im Kontext der ostasiatischen Kultur
超越傳統:东亚文化背景下師生關係的反思
Workshop für Lehrende (Dr. Giulietta Tibone)
Nähe und Wahrung von Grenzen in der Musikhochschullehre (Wdh.)
- Nach einem Einführungsvortrag in das Thema sollen in geschütztem Rahmen Fragen der Teilnehmer*innen beantwortet, eigene Erfahrungen und mögliche Konfliktfälle beleuchtet werden.
Guten Appetit!
riten.
Kurzfilm | Kunsthochschule für Medien Köln mit eitelsonnenschein
Ein Vorspiel der jungen Geigerin Anna an der Musikhochschule und das anschließende Abendessen in einer prunkvollen Stadtwohnung. Der erste Abend von Julia an ihrer alten Musikhochschule, dieses Mal in ihrer neuen Funktion als Geigen-Professorin. Unerwartet trifft sie auf Erika, die Witwe ihres alten Professors. Julia beobachtet wie selbstgerecht sich die Gesellschaft verhält, Muster der Machtdemonstration sich wiederholen und wie Anna schweigt. Verschiedene Verständnisse der Vergangenheit voller Wut, Trauma und Verletzung prallen aufeinander, bis Julia nicht mehr still halten kann. (Fast) ein Kammerspiel.
Regie: Hannah-Lisa Paul
Buch: Viviane Petrescu, Hannah-Lisa Paul
mit: Karen Dahmen, Anna Stieblich, Karen Dahmen, Anna Stieblich, Hannah Solvej, Alexander Gier, Christoph Hilger, Nikolai Will, Caro Scrimali, Oliver Ewy, Clara-Marie
Bildgestaltung: Laura Emma Hansen
Schnitt: Julian Cohn
Filmmusik: Fabian Kratzer
Producerin: Sara Lena Rumpf
Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln mit eitelsonnenschein GmbH
Dauer: 17 Min.
Festivals:
* Filmfestival Max Ophüls Preis - offizielles Programm
* Kinofest Lünen - Kurzfilmpreis gewonnen!
* Annual Kopenhagen Filmfest
* New York Indie Shorts Awards
* Günther Rohrbach Filmpreis - saarländische Filmemacher*innen
* Filmklang Festival Göppingen
Abschlussrunde & Diskussion
mit Frau Dr. Man Fang, Dr. Thomas Bruhn, Dr. Giulietta Tibone und Vetreter:innen der Hochschule
Diskussionsleitung: Dr. Mercé Bosch und Prof. Sonja Schmid (Mitglieder des Gleichstellungsteams der HfM Trossingen)
t.b.a.
Laura Oetzel Roesler (St. Augustin b. Bonn)
Laura Oetzel ist eine Musikerin und Pädagogin aus Köln. Sie studierte Harfe in Weimar und Rostock. Seit 2024 leitet sie die Musikschule der Stadt Sankt Augustin. Gemeinsam mit ihrem Mann Daniel Mattelé bildet sie Das Harfenduo. Neben ihrer musikalischen Arbeit hatten die beiden einen Blog und einen Podcast, auf denen sie sich mit gesellschaftlich relevanten Themen der Musikwelt auseinandersetzten. Schwerpunkte ihrer ehrenamtlichen Arbeit sind Engagement gegen Machtmissbrauch an Musikhochschulen und faire Arbeitsbedingungen für Musikschaffende. Laura Oetzel ist stellvertretende Vorsitzende der Landesfachgruppe Musik NRW der Gewerkschaft ver.di.
Frau Dr. Man Fang (Berlin)
Dr. Man Fang wurde in China und Deutschland als Psychologin und Psychotherapeutin ausgebildet und hat integrative Methoden entwickelt, die sich auf psychodynamische Gruppentherapie, Satir-basierte Familientherapie, Körper- und Bewegungstherapie sowie Dramatherapie stützen. Aufbauend auf ihrer neunjährigen Erfahrung als Forscherin und Politikberaterin im Bereich Risikomanagement in Peking wendet sie diese Ansätze in verschiedenen Kontexten für persönliches Wachstum, partizipativen Dialog, organisationales Lernen und globale Nachhaltigkeitsbemühungen an. Ihre Arbeit verbindet psychologische und künstlerische Praktiken, um Kommunikation, Identität und Beziehungsentwicklung über kulturelle und disziplinäre Grenzen hinweg zu fördern. Als Moderatorin widmet sie sich der Stärkung interdisziplinärer Kompetenzen und der Förderung der Integration multikultureller Identitäten.
Ausgewählte Moderations- und Trainingserfahrungen in interkulturellen Kommunikationsprojekten:
- Initiatorin des Ost-West-Dialogs: Wissenschafts- und Kunstsalon-Reihe in Berlin und Potsdam;
- Moderatorin von „Raum für Reflexion und Dialog” – künstlerische Ausdruckssitzungen bei der COP26, COP27 und COP28 in drei aufeinanderfolgenden Jahren.
- Gastdozentin für interkulturelle Kommunikation an der Universität der Künste Berlin (UDK), der Fresenius Hochschule, der Freien Universität Berlin und der Charité Medizinische Hochschule.
- In Zusammenarbeit mit DaMOst e.V. (Dachverband der Migrantenorganisationen in Ostdeutschland) und dem Chinesisch-Deutschen Zentrum (CDZ e.V.) unterstützt sie aktiv Migrantengemeinschaften bei der Auseinandersetzung mit Themen wie Antirassismus und soziale Gerechtigkeit.
Dr. Thomas Bruhn (RIFS Potsdam)
Dr. Thomas Bruhn ist Physiker und transdisziplinärer Forschungsgruppenleiter am RIFS Potsdam. Sein Interesse konzentriert sich auf die Zusammenhänge zwischen systemischer Transformation und integrativer Persönlichkeitsentwicklung. Er gestaltet und beforscht transformative Räume, in denen Gruppen von Akteuren eigene mentale Muster und Vorstellungen reflektieren können als Ressource für Veränderungsprozesse und interkulturelle Zusammenarbeit im Sinne der Nachhaltigkeit. Er verbindet dabei einen naturwissenschaftlichen Blick auf komplexe Systemdynamiken im Anthropozän mit einem psycho-dynamischem Blick für die Leitung von Gruppenprozessen.
Expertise und Forschungsschwerpunkte:
Transdisziplinarität, Nachhaltigkeit, Wissenschaftskommunikation, Gruppen-Facilitation / Prozessdesign, Psycho-Dynamische Führung, Leadership und Persönlichkeit, Komplexe Adaptive Systeme, Anthropozän, Dialog zwischen Wissenschaft und Spiritualität
Dr. Giulietta Tibone (München)
Giulietta Tibone, Dr. jur. Dipl.-psych., Psychoanalytikerin (DGPT), ist psychologische Ombudsperson für die Hochschule für Musik und Theater München. Sie berät zudem akademische und kulturelle Einrichtungen, psychoanalytische Ausbildungsinstitute und Kolleg:innen in ethischen Konflikten. Sie arbeitet in eigener psychoanalytischer Praxis in München. Sie ist Dozentin und Leiterin des Ethik-Arbeitskreises der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie München. Sie war zwölf Jahre Vertrauensperson für ethische Fragen, zunächst der Akademie, dann – bis 2012 - der DGPT (Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie, Dachverband der deutschen Psychoanalytiker:innen). Sie ist Supervisorin und vertritt die DGPT bei dem Verbändetreffen gegen Grenzverletzungen und sexuellen Missbrauch in Psychotherapie und psychosozialer Beratung. Sie ist Mitglied des Pools der Analytiker:innen für die Schieds- und Ausschlusskommission der DGPT. Es liegen von ihr verschiedene Veröffentlichungen zu ethischen Themen vor.
Literatur-Tipps zum RKM-Aktionstag 2025
Bücher
- Genie – Gewalt – Geschlecht. Narrative und Strukturen von Machtmissbrauch in der Musik(wissenschaft) | Herausgegeben von Anke Charton und Elisabeth Treydte, Baden-Baden: Georg Olms Verlag 2025 | erschienen in der Reihe Jahrbuch Musik und Gender
to be continued…